Baja California 2013

Ferocactus gracilis ssp. coloratusFerocactus gracilis ssp. coloratus

Zum zweiten Mal in Baja California.

Die Reise die wir im Jahre 2012 gemacht haben war kurz. 16 Tage inklusive Flug und wir hatten uns nur der Fouquierie gewidmet. Diesmal sind wir auf der Suche nach dem Rest...

Es begleitet uns unser Freund Cedric, der die Leidenschaft zum Ferocactus hat, somit ist es die richtige Reise für Ihn.

Prima spiaggia...Prima spiaggia...

Der Flug verläuft nach Plan. Um 6:00 Uhr am Morgen kommen wir in Mexico City an, nachdem wir die üblichen Formalitäten abgeklärt haben, mieten wir bei Hertz ein Auto.

Wir verlassen die Stadt, und fahren auf der Autobahn in Richtung Mazatlan (Sinaloa). Wir überqueren Flachland, welches soweit das Auge reicht durch Plantagen kultiviert wird, und am Abend nach fast 1000 Km. Reise kommen wir im Hotel an.

Am nächsten Tag fahren wir zum Hafen, wo wir die Fahrtickets für La Paz besorgen, erreichen Topolombambo und Abends schiffen wir uns für Baja ein...

Traghetto per la BajaTraghetto per la Baja

Beim Aussteigen werden wir getrennt, Cedric und ich müssen zu Fuß von der Fähre absteigen, auf Grund einer zusätzlichen Kontrolle unseres Reisepasses und eine weitere Durchsuchung. Wir erkundigen uns warum wir wieder untersucht werden, da wir schon am Tag zuvor kontrolliert wurden. Als Antwort erhielten wir, dass sie sich absichern wollen, dass wir keine Verbrechen in Italien begangen hatten! Moreno ging es noch schlechter, über zwei Stunden durchsuchten die Behörden sein Auto und sein Gepäck, zusätzlich musste er, um an Land zu gehen auch einen Betrag begleichen. Irre Sache !!!


Sbarcati!!Sbarcati!!Die Halbinsel ist 1300 Km. lang und in zwei Staaten geteilt. Das südliche Baja California (BCS) und das nördliche (BCN). Es ist ein Urlaubsort für viele Amerikaner, ein Land dass sehr abweicht von dem klassischen Mexico. Alles ist dort sehr sauber, die Leute sind den Touristen gegenüber äußerst höflich, auch Hotels und Restaurants sind sehr gut und in manchen Orten auch sehr teuer. Da diese Halbinsel ziemlich dünn besiedelt ist, sind auch Wohnsiedlungen ziemlich weit entfernt. Es gibt nur eine Straße, welche die Halbinsel durchquert die Mex 1.

Für Kakteen Sucher ist das ein leicht zugängliches Gelände, die Heimat von Ferokakteen und durch Haken bedornte Mammillarien.

Am Anfang war Baja California, in den vergangen Jahrhunderten, Eroberungsland für die Goldgräber, aber Gold gab es hier nie. Danach glaubten die Jesuiten, dass es hier viele Indios zum konvertieren gab, und sie errichteten auch einige Missionshäuser (welche Heute verwahrlost die Landschaft prägen). Am Ende waren es aus Europa importierten Bocken und Syphilis, welche die Population zum Zerfall brachten, und dieses Land dem Schicksal überließen.

Im Westen ist der indische Ozean im Osten der Golf von Californien oder Meer von Cortez, ein Eldorado für Sportfischer.

Die Ruhe und Gelassenheit verschwinden an der Grenze der USA. Tijuana ist leider bekannt für ihre hohe Kriminalitätsrate, und das obwohl es ein Zollfreies Gebiet ist, wo man Waren um billige Preise kaufen kann, was vielen Touristen anlockt.

 

Die Reise geht los.

 

Sbarco in BajaSbarco in BajaSpiaggia da sognoSpiaggia da sogno

 

Ferocactus peninsulaeFerocactus peninsulaeWir starten aus La Paz in Richtung Cabo San Lucas mit verschiedene Haltestellen entlang der Sierra La Laguna. Für unseren Geschmack ist Cabo San Lucas eine Stadt mit zu vielen Touristen, zu vielen Häuser und Chaos, nicht unbedingt ein Ort wo wir uns wohlfühlen. Aus diesem Grund fahren wir weiter und am Abend erreichen wir Todos Santos eine kleinere und ruhigere Ortschaft. 

Am nächstes Tag steht im Programm Puerto San Carlos wo die Machaerocereus Eruca wachsen.

Machaerocereus erucaMachaerocereus eruca

Als wir ankommen mieten wir ein Boot, um die Inseln Magdalena und Santa Margherita zu besichtigen.

 

Ferocactus Santa MariaFerocactus Santa Maria

Letztes Jahr haben wir hier Grauwale mit ihren Jungen beobachten können, aber jetzt ist Herbst und deshalb nicht der richtige Zeitpunkt … Schade!

Dann widmen wir uns der Pflanzensuche. Am Abend stellen wir unser Zelt am Meeresufer auf, als Belohnung erhalten wir einen wunderschönen Sonnenuntergang.

Obwohl es Mitte Oktober ist, ist das Gras sehr hoch und das erschwert die Suche der kleineren Pflanzen.

Wir fahren aufwärts entlang der Halbinsel, die Staatsstraße Mex 1 neigt sich dem Meer von Cortez zu und wir kommen in Loreto an, nächstes Ziel ist die Insel Carmen.

 

Da die Insel ein Naturpark ist, muss man eine Eintrittskarte für die Besichtigung zahlen. Auf der Rückfahrt kann Moreno fischen während uns Delfine Gesellschaft leisten.

Ferocactus gracilis ssp. gracilisFerocactus gracilis ssp. gracilis

Wir fahren weiter in Richtung Mulegé  - Santa Rosalia und gelangen an das gut erhaltene und restaurierte Missionshaus San Ignacio.

In Guerrero Negro liegt die Grenze zwischen Norden und Süden, mit Militär Kontrolle, dann betreten wir zweifelsohne eine der spektakulärsten Gegenden für Kakteenliebhaber, das Tal von Los Cirios (Lokalbezeichnung der Fouquieria columnaris)

Fouquieria (Idra) columnarisFouquieria (Idra) columnaris

Am Abend wartet auf uns die Bucht von Los Angeles. Wir bauen unser Zelt am Strand auf und machen uns auf die Suche nach einem Boot, das uns am nächsten Tag auf der Insel Angel de la Garda fährt.

Das Wetter ist schlecht, und wenn es so bleibt, dann wird Morgen nichts aus unserer Fahrt, und die Preise für die Fahrten sind echt irre. Am Morgen danach bleibt das Wetter schlecht und so fahren wir weiter in Richtung Norden.

Fouquieria (Idra) columnarisFouquieria (Idra) columnaris

Die Straße von El Rosario nach Ensenada ist in einen sehr schlechten Zustand, übersät von Baustellen und Militär Kontrollen. Wir durchqueren dreckige und verwahrloste Ortschaften. Die Pflanzen  denen wir begegnen konnten, waren wie schon erwähnt, hauptsächlich Freikarten und Mammillarien, die Liste ist lang und da wir niemanden zu sehr langweilen möchten, empfehlen wir die Fotogallerie anzuschauen, dort sind zwar nicht alle Arten zu finden, aber die Meisten...

Von Westen nach Osten überquerten wir die Halbinsel und fahren aufwärts nach San Luis Rio Colorado.

Von hier bis Sonoyota fuhren wir eine lange Strecke entlang der Grenze der USA und wir konnten die Mauer beobachten die diese zwei Staaten trennt.

 

Zu unserem Glück, änderte sich das Landschaftsbild schlagartig, als wir dort eintrafen. Dunkles Gebirge am Horizont zeichnete das Ende von extrem großen weißen Flächen. Es sah fast wie eine Mondlandschaft aus und endlich sahen wir auch die Saguaros, und zum Ersten mal die Echinocactus polycephalus.
SaguaroSaguaroEchinocactus polycephalusEchinocactus polycephalus

 

 

 



 

 



 

Ferocactus acanthoides ssp. leconteiFerocactus acanthoides ssp. leconteiWir fanden diese letzte Art auf dunklem Gestein, oder im hohen trockenen Gras. Leider konnten wir keine jungen Planzen beobachten, nur erwachsene Exemplare, das könnte darauf hinweisen, dass die Bedingungen für eine Nachkommenschaft in den letzen Jahren nicht optimal gewesen sind, dies gefährdet diese schöne Art noch mehr.

The last stop is here in the north of the island of Tiburon so we deviate from Hermosillo to Bahia Kino: a country virtually on sale. Everywhere signs of selling homes. Let's go to Punta Chueca; Indian Village is a true place of despair. For them, the island of Tiburon is a sacred place, where they buried the dead, and are not willing to join us there: we have to go back. 

Unser letztes Ziel hier im Norden ist die Insel Tiburon, so das wir von Hermosillo in Richtung Bahia Kino abweichen, ein fast leerstehendes Dorf, überall stehen Schilder von Häusern die zum Verkauf stehen. 

Wir fahren nach Punta Chueca, das Indianer Dorf ist ein Ort der Trauer. Für dieses Volk ist die Insel Tiburon ein heiliger Ort wo sie ihre Verstorben begraben liegen, und keiner ist bereit uns dort hinzuführen, wir müssen zurückfahren.

 

Zurück in Baja Kino finden wir ein Boot für den nächsten Tag, am folgenden Morgen erreichen wir die Insel, auf unserer Pflanzensuche entdecken wir eine lange Klapperschlange.

Unsere Reise im Norden ist beendet, wir überquerten die westliche Sierra Madre unter  einem gewaltigen Regen, welcher Moreno zwingt die Fahrt unter höchster Aufmerksamkeit fortzuführen. Auf Kurven folgen noch mehr Kurven und die Straße ist mit zahlreichen Steinen auf dem Asphalt übersät.

Dann folgen noch weitere vier Tage mit verschiedenen Aufenthalten zwischen Durango, Coahuila, Nuevo Leon und San Luis Potosí, um unser letztes Vorhaben in die Tat um zu setzen, und zwar Strombocactus corregidorae welche vor ein paar Jahre in Queretaro bei Municipio San Joaquin beschrieben worden sind.

HabitatHabitat

...Und das war dann wirklich es sehr schöner Tag !

Am Morgen war das Wetter nicht besonders schön es lag Regenstimmung in der Luft.

Mehr als drei Stunden fuhren wir über Berge und Wälder auf einer Asphaltstraße, die plötzlich endete, es war unmöglich mit unserem nicht Gelände tauglichem Fahrzeug weiter zu fahren, die wenigen Leute die wir trafen hielten uns für Narren, da das Gelände auch sehr unstabil und brüchig war, aber wir fuhren trotzdem weiter.Dann kamen wir zu einer Abzweigung, die Entscheidung lag darin, entweder hinauf in Richtung Gebirge oder abwärts in Richtung Rio Monteczuma zu fahren. Wir entschieden uns für das Gebirge, und kurz danach fragte ein Wächter des naheliegenden Aquädukt ob wir die Genehmigung hatten in dieser Gegend zu fahren, wir erklären ihm, dass wir nicht am Aquädukt interessiert sind sondern an den Pflanzen, und so gewährte er uns eine halbe Stunde Zeit für unsere Erkundigung.Wir befanden uns entlang einer steilen Wand, woraufhin 300 - 400 Meter Tiefe in das Nichts führte, der Boden war für Strombocactus auch nicht der richtige und auch die Höhe von 2000 Meter sagte uns das wir am falschen Ort waren. So verabschiedeten wir uns und fuhren weiter abwärts in Richtung Fluss.

Die nächste Hürde war die Begegnung mit den Behörden von Medioambiente (die mexikanische Forstbehörde) welche uns (Richtigerweise) wegen der mangelnde Genehmigung und  weil sie uns für Pflanzenjäger hielten, eine halbe Stunde lang aufhielt. Wir hatten viel Mühe zu erklären, dass wir die Gesetze bereits kennen und auch wissen wie wir uns verhalten sollen und letztlich die Planzen nur fotografieren wollten und luden Sie ein uns zu begleiten um sich zu vergewissern, dass wir es ehrlich meinten.

Am Ende erhielten wir die Erlaubnis die Gegend für drei Stunden untersuchen zu dürfen, aber unter der Bedingung, dass falls es anfangen sollte zu Regnen wir die Gegend so schnell als möglich verlassen würden, da diese sonst für uns zu gefährlich werden könnte.

Während der Zeit unseres Aufenthaltes hatten wir immer das Gefühl beobachtet zu sein. Wir kamen zum Fluss, der Boden war gut und wir fanden auch verschiedene Kakteen Arten aber von den Strombocactus keine Spur. Wir erklommen einige Kämme aber unsere Zeit neigte sich dem Ende zu und so kehrten wir zurück.

Wir erreichten fast unser Auto, als ich stehen blieb um einen Hang zu betrachten und der Meinung war, dass wir diesen noch kurz untersuchen sollten. Moreno ging voraus und beugte sich mit äußerster Vorsicht über den Abgrund und sagte, dass er zwar Pflanzen sehe, aber nicht erkennen konnte um welche es sich handle.

Strombocactus corregidoraeStrombocactus corregidorae

Wir näherten uns und es waren tatsächlich unsere gesuchten Strombocactus, die ein vollkommen anderes Aussehen hatten, als die anderen Arten dieser Gattung. Wir machten viele Fotos, und dann als ein heftiger Wolkeneinbruch begann eilten wir zum Auto, die Straße lag binnen kürzeste Zeit am Rande ihrer Befahrbarkeit und wandelte sich in eine schlammige Falle.

Nach der Überquerung eines Baches gelangten wir endlich auf die asphaltierte Straße zurück, fuhren langsam nach Cadereyta zurück, und am Abend feierten wir den Erfolg unseren abenteuerlichen Ausflugs, mit der Hoffnung, dass diese Reise in das Kakteenland unserem Freund Cedric gefallen hat, und dass diese nicht unsere letze sein wird.

 

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